ACHTUNG: Neuer Termin 2. Juni 2010 PädagogenTag am Puppentheater
Mittwoch, 31. März 2010, 12:44
Abgelegt unter: workshop:buehne

Liebe ErzieherInnen und PädagogInnen,

wir freuen uns über Ihr Interesse an unserem Pädagogentag. Leider macht sich aus technisch-organisatorischen Erwägungen eine Verlegung erforderlich.

Pädagogentag als Anerkannte Weiterbildung am 2. Juni 2010 in der Zeit von

10.00 – 16.00 Uhr

Ablauf

10.00 Uhr Begrüßung

10.10 Uhr Varietémarionettenprogramm

10.30 Uhr Einführung in die Neuproduktionen der Spielzeit 2010/11

11.30 Uhr Imbiss

12.30 Uhr Workshops

13.15 Uhr Pause

13.30 Uhr Workshops

15.00 Uhr Vorstellung „Spaceman“ im Hegel-Gymnasium

Workshops

Workshop “Theater lesen” – Für die Nachbereitung eines Theaterbesuches empfiehlt es sich, das Gesehene zunächst selber zu betrachten. Die TeilnehmerInnen erproben ihren Blick für einzelne Bestandteile einer Aufführung wie Raum, Sprache, Puppe, Musik oder Bewegung zu schärfen und damit Theater zu lesen. (empfohlen für LehrerInnen der Sekundarschulen und Gymnasien ),  Referent: Tim Sandweg, Dramaturg
Workshop “Puppentheatergeschichte und Puppenarten” Ein kleiner Exkurs zur Geschichte, Entwicklung und Rezeption des Puppentheaters. Entwicklung unterschiedlicher Spielformen anhand der Geschichte des Magdeburger Puppentheaters und Einführung in die verschiedenen Puppenarten. (empfohlen für alle), Referent: Frank Bernhardt, Künstlerischer Leiter
Workshop “Erste Schritte ins Puppentheater“ Eine kleine und kreative Schritt-für-Schritt-Anleitung sowie ein Erfahrungsaustausch zur Frage: Wie bereite ich die ganz Kleinen auf ihren ersten Theaterbesuch vor. (empfohlen für ErzieherInnen in Kindertagesstätten),  Referentin: Sandy Gärtner, Dramaturgin
Workshop „Farb- und Linienspielereien“ Die TeilnehmerInnen wagen sich an die schwierige Aufgabe, gemeinsam ein Bild zu malen. Dabei arbeiten 4 – 6 köpfige Teams nach bestimmten Regeln. Es entsteht dabei ein fantasievolles, farbenprächtiges Bild mit Pastellkreiden. Diese Technik ist gut geeignet, um mit Schülern ab der Klassenstufe 5 Teamarbeit auszuprobieren und sie zur künstlerischen Arbeit zu motivieren. (empfohlen für LehrerInnen der Grundschule),  Referentinnen: Sabine Kaftan, Angela Weidt, Kunstpädagoginnen
Workshop „3. KinderKulturTage – Stamm*Platz*Elbe“ Langzeitprojekte des Puppentheaters, der Jugendkunstschule und von mehr als 30 Kooperationspartnern münden vom  18. – 22. Juni in die KinderKulturTage. Es werden einzelne Projekte beispielhaft vorgestellt und der Frage nachgegangen, welche Ansätze aus dem Konzept machen dieses Projekt zu einer nachhaltigen Ergänzung Ihrer pädagogischen Arbeit. (empfohlen für alle), Referentin: Jana Fechner, Kulturpädagogin

Wir freuen uns, Sie in unserem Haus begrüßen zu dürfen.



Wer heißt da arm?
Mittwoch, 31. März 2010, 11:17
Abgelegt unter: Probentagebuch

Jahre werden immer mit irgend welchen Zusätzen ausgerufen. Vielleicht, weil vor 50, 100 oder 250 Jahren ein bekannter Literat geboren oder gestorben ist. Dann finden wir im Kulturbetrieb den Namen allgegenwärtig. Oder wenn sich ein historisches Ereignis jährt, wie gerade die deutsche Wiedervereinigung. Oder die Wissenschaftler machen das Jahr zu einem “Jahr der Mathematik”, weil die vielleicht ein Imageproblem hat. Aber auch die Politik erklärt Jahre künstlich zu ehren. Wir leben gerade im “Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und soziale Ausgrenzung”. Über die Floskel “Europäisches Jahr” kann man stolpern und überlegen, was das eigentlich ist.

Worum geht es denn aber: “Das öffentliche Bewusstsein für die Risiken von Armut zu stärken und die Wahrnehmung für deren Ursachen und Auswirkungen zu schärfen. Das sind Ziele des Europäischen Jahres, das die Europäische Kommission für 2010 ausgerufen hat.” So steht es auf der Homepage besagter Aktion, die sinnige Weise www.mit-neuem-mut.de heißt.

Jenseits von diesen Plattitüden, ohne die Werbekampagnen seitens der Bundeministerien scheinbar nie auskommen, lenkt das “Jahr” den Fokus auf ein wirkliches Problem. Ich will hier nicht die vielen Studien, Erhebungen etc. aufzählen, die nachweisen, wie gerade die Heranwachsenden aus sozial schwachen Elternhäusern benachteiligt werden. Auch das Urteil seitens des Bundesverfassungsgerichts zu den Hartz-IV-Sätzen hat ja mediales Interesse geweckt.

Aber kommen wir zur Frage aus der Überschrift: Wer heißt da arm? Laut Europäischer Kommission alle diejenigen, die weniger als 60% des nationalen Medianeinkommens haben. In Deutschland sind das etwa 11,5 Millionen Menschen, darunter 3 Millionen Kinder. Damit gar nicht erst der Eindruck entsteht, dass die alle spätrömisch dekadent leben, dafür ist das “Europäische Jahr” sicher äußerst sinnvoll. (ts)



Was ist ein Objekt?
Montag, 22. März 2010, 17:19
Abgelegt unter: Probentagebuch

Manche Fragen klingen recht simpel. Oft sind das Verständnisfragen, die uns zwingen, über Begriffe nachzudenken und eine Erklärung für sie zu finden. Die Frage des heutigen Tages lautet: Was ist ein Objekt?

Und? Haben Sie eine Antwort? Und jetzt kommen Sie nicht mit “Ding”, “Gegenstand” oder “Sache”. “Gegenstand, auf das sich jmd. bezieht, auf das das Denken  o. Handeln ausgerichtet ist.” Sagt die Wiktionary. Ob diese Erklärung dem unbedarften Fragensteller weiterhilft, darf zweifelhaft bleiben; auch hier wird mit Synonym erklärt. Schade.

Aber vielleicht klären wir erst einmal, weshalb diese kleine, unschuldige Frage heute zu solcher Ehre kommt. DIE WANZE vom Dessauer Puppentheater steht unter der Genrebezeichnung Objekttheater. Gut, man kann von Genrebezeichnungen halten was man will (ich halte davon eher wenig), aber sie existieren nun einmal. Jana sucht gerade Objekte für eine Stückeinführung morgen vor der Vorstellung zusammen – und hierbei überkam uns diese Frage. Lebenswichtig sozusagen, schließlich sollen die Schüler morgen Objekte in die Hand bekommen und nicht Materialien.

Noch so ein Wort. Materialien sind Grundstoffe zur Herstellung spezieller Produkte. Material ist ein Arbeitsgegenstand – aus ihm muss noch etwas geschaffen werden, obgleich es auch Materialien gibt, die bereits selbst erst geschaffen wurden. Stoff zum Beispiel. Und daraus können dann Objekte entstehen. Wenn das Material das Abstraktum ist, ist das Objekt das Konkrete.

Bleibt nur noch eine Frage: “Was wäre, wenn die Dinge sprechen könnten?” Aber die ist von Walter Benjamin. (ts)



Die “Fischer” hatten Premiere
Dienstag, 16. März 2010, 13:44
Abgelegt unter: workshop:buehne

Am 9.3. 2010 hatte “Vom Fischer und seiner Frau” um 19.00 Uhr am Hegelgymnasium Premiere. Das Lampenfieber der “Kleinen” war schnell verflogen und alles lief glatt… stolz können sie sein, die zwei Fischer und sechs Fischerinnen. Und: sie dürfen sogar beim Schülertheatertreffen des Landes Sachsen-Anhalt vom 13. bis 16. Juni 2010 im Schauspielhaus Magdeburg auftreten! Die nächste öffentliche Vorstellung ist für den 21. Juni 2010 im Rahmen der 3. KinderKulturTage im Puppentheater geplant! Na dann, Petri heil!



Probenbeginn “Pünktchen und Anton”
Mittwoch, 10. März 2010, 13:43
Abgelegt unter: Probentagebuch

Am Montag ging es wieder los: Zwei Wochen nach der Premiere von “Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt” haben die Proben für die Neuproduktion von “Pünktchen und Anton” begonnen. Zeit, dass wir uns ein wenig mit der Großstadt beschäftigen.

Wann ist überhaupt eine Stadt “groß”? Der Statistiker sagt: Ab einer Einwohnerzahl von 100.000 aufwärts. Magdeburg würde also dazugehören – das ist auf der Rangliste deutscher Städte auf Platz 34. Nunja, sagt jetzt der ein oder andere. Wenn man jetzt aber Magdeburg mit – sagen wir – New York vergleicht, leben wir hier doch in der tiefsten Provinz. Und auch der Ort, in dem Pünktchen und Anton zu Hause sind, also Berlin, strahlt doch irgendwie ein anderes Stadtbild aus. Bemühen wir also den Begriff der “Metropole”, der eine Stadt zwischen 1 und 10 Millionen Einwohner zusammenfasst. Demnach gäbe es in Deutschland drei Metropolen: Berlin, München und Hamburg (wer mal in München war, würde nie auf die Idee kommen, es Metropole zu nenne, liegt aber auch im unteren Bereich dieser Definition).

Metropolen haben aber nicht einfach nur viele Einwohner: Sie haben auch ein ganz spezielles Stadtbild und sind nicht spannend, weil da viele Menschen leben, sondern weil sie kulturell oder wirtschaftlich besondere Strahlkraft genießen. In den 20er Jahren zog vermutlich gerade aus diesem Grund Berlin viele Menschen an, sodass über 4 Millionen Menschen dort lebten. Und die “goldenen Zwanziger” in vollen Zügen gab es ja wohl auch nur hier. Die Kehrseite der sozialen Zersplitterungen waren aber wohl auch niergends so krass zu sehen, die politischen Aufeinanderstöße dürften in der Weimarer Zeit alltäglich gewesen sein. Kein Wunder also, dass sich in den 20ern das Motiv der Großstadt (verzeihung: Millionenstadt) durch die Kunst zieht. Wir finden sie im Film (Metropolis, Asphalt), in der Architektur, in der Malerei (Großstadt-Tryptichon) oder eben in der Literatur – u.a. auch das gesamte Frühwerk Kästners. Wer sich auf die Premiere schon frühzeitig vorbereiten will, dem seien wärmstens Kästners Zeitungskolumnen über seine Berliner Streifzüge ans Herz gelegt. Oder natürlich die, wenn man so will, Kehrseite der Kinderbücher, der erwachsene Anton und Emil, der “Fabian”. Viel Vergnügen beim Lesen! (ts)