Spaziergang. Dritter Teil.
Mittwoch, 24. Februar 2010, 17:49
Abgelegt unter: Probentagebuch

Willkommen beim dritten (und finalen) Teil des kleinen Spaziergangs durch die urbanen Überbleibsel von Persönlichkeiten, die uns im Puppentheater in den nächsten drei Monaten beschäftigen werden. Und zwei davon heißen Marlene Dietrich und Leni Riefenstahl, die Thea Dorn in einer Kontamination (ja, ja, der Linguist kommt durch) zusammenzieht: Marleni.

Wenn man schon solch ein Wort liest – ich werde morphologisch nicht weiter auf Besonderheiten dieser recht unproduktiven Wortbilgunsart eingehen – ist es naheliegend, nicht nur die phonologischen, sondern auch die semantischen Überschneidungen zu suchen: Wo treffen sich Marlene und Leni denn? Oder vielmehr: Wo trafen sie sich? Leni Riefenstahl berichtet in ihren Memoiren, sie habe Ende der 20er Jahre, zu dem Zeitpunkt, als Marlene gerade “Der blaue Engel” drehte (wir erinnern uns: Ich bin von Kopf bis Fuß…), gegenüber von der Dietrich gewohnt. Über den Innenhof konnte sie in die Küche Marlenes gucken. Auch im Theaterstück wird diese Wohnsituation kurz angerissen. Doch: Wo war das denn?

Zur schönen Aussicht

Zur schönen Aussicht

Die Straßennamen haben sich geändert und damit auch die Hausnummern. Der Volkspark liegt im Schnee, die Straße Am Volkspark ehemals Hindenburgstraße ist glatt, da nicht gestreut. Ein Stadtplan von 1931 hat glücklicher Weise die Hausnummern verzeichnet: Demnach müsste eines der ersten Häuser an der Kreuzung zur (heutigen) Bundesallee das beschriebene Haus sein. Doch weder auf der einen Seite (siehe Foto) ist eine Gedenktafel – gut, wer will sich schon mit so einer umstrittenen Persönlichkeit wie Riefenstahl rühmen – noch auf der anderen Seite des Häuserblocks, wo der Eingang zu Marlenes ehemaliger Wohnung liegen muss. Ich schrieb im ersten Teil davon, dass solche Orte immer einen Eindruck vermitteln, von Wohn- und Lebenssituationen. Er könnte hier trügen, aber wirklich erbauend ist er bei dieser Häuserfassade nicht.

Wandert man etwas weiter Richtung Süden, überquert den Bundesplatz und biegt hinter der S-Bahn rechts ab, kommt man zur letzten Station: Dem Städtischen Friedhof Stubenrauchstraße.

Friedhofsmauer ohne Fotografen

Friedhofsmauer ohne Fotografen

Von der Friedhofsmauer bröckelt langsam der Putz und mit ihm das Graffiti. Hier hinter ist das Grab Marlene Dietrichs. Nach ihrem Tod in Paris wurden die sterblichen Überreste hier in das ehemalige Wohnviertel geschickt und in der Nähe des Grabes ihrer Mutter beigesetzt. Die Trauerfeier in Frankreich muss gigantische Ausmaße gehabt haben, die in Berlin hingegen soll eher schlicht und – zumindest seitens der Stadt – schlecht organisiert gewesen sein. Jedenfalls war der Friedhof nicht für das große Medienecho gemacht, sondern viel zu klein für die angreisten Fotografen, die sich mit Leitern an die Friedhofsmauer gelehnt haben sollen.

Friedhosmauern alleine sagen wenig über das, was dahinter liegt. Das Grab Marlenes liegt vom Nebeneingang aus gesehen rechts und wieder links. Im Schnee sieht es den anderen Gräbern recht ähnlich, eben ziemlich anonym. Ein wenig grün schaut allein aus dem weißen Pulver hervor.

Grabstein

Grabstein

Viel interessanter ist somit der Grabstein und das, was auf dem Schnee liegt: Einige Rosen liegen oder stecken, teils verblüht oder erfroren, teils recht frisch, auf und im Weiß. Ein Grablicht steht brennend auf dem Stein. Und geht man näher heran, sieht man zwei eingeritzte Herzen über Name und Lebensdaten (man kann es im Bild leicht erkennen: Links von Blatt und “M” und über dem ersten “e”). Ich weiß nicht, wer sich um die Pflege des Grabes kümmert. Man müsste sich aber wahrscheinlich wenig Gedanken machen; es würde sich bestimmt ein treuer Fan finden. Und wer weiß, welche Wege Menschen zurückgelegt haben, um hier eine Rose oder ein Licht zu hinterlassen, wenn Interessenten auch aus Japan im Filmmuseum forschen. Und wer nicht extra nach Berlin kommen kann, kann sich auch im virtuellen Gedenkbuch einschreiben … Nicht dass das surreal wäre.

Und dann lesen sie Theodor Körner: “Hier steh ich an den Marken meiner Tage”, dritte Zeile des Gedichtes “Abschied vom Leben”. Den Abschied vom Leben hat Dietrich vermutlich schon Jahre vor ihrem Tod vollzogen und sich aus der Gesellschaft zurückgezogen. Die Marken ihrer Tage waren wohl fast zwanzig Jahre andauernd.

Achja: Danach bin ich vietnamesisch Essen gegangen. Angeblich soll um die Ecke Marlene Dietrich geboren worden sein, so zumindest ein stolzer Immobilienanbieter, der eine entsprechende Wohnung feil bietet. Lohnt sich nicht. Ist nämlich nicht wahr. (ts)



Spaziergang. Zweiter Teil.
Freitag, 19. Februar 2010, 13:02
Abgelegt unter: Probentagebuch

Den zweiten Teil meiner Spaziergang-Reportage möchte ich mit einem Rätsel beginnen. Also: Was ist das?

Die ganz Klugen unter den Lesern sagen nun: Sieht man doch. Das Filmhaus; das war doch im vorletzten Blogeintrag beschrieben. Nein, Moment: Ich meine dies schneebedckte Rote etwas und den goldenen vertikalen Streifen rechts im Bild, der nach oben in ein schwarzes Rechteck mündet. Na, haben Sie es erkannt?

Wenn nicht: Das ist auch nicht weiter schlimm. Wenn man vom Potsdamer Platz die Potsdamer Straße Richtung Süden läuft, kann man das … äh … Ding, auch schonmal übersehen. Selbst Touristen laufen daran vorbei, obwohl die doch sonst alles fotografieren. Also: Nein, es ist nicht Kunst im öffentlichen Raum, es ist DIE Antwort auf den Walk of Fame der sich selbst feiernden US-Filmindustrie. Richtig: Es ist der Boulevard der Stars.

Boulevard der Stars

Boulevard der Stars

Eröffnet am 12. Februar im Rahmen der Berlinale 2010, sieht er einen Tag später schon etwas mitgenommen aus. Vielleicht hat jemand mit einem Matschschneeball das Wort “Stars” treffen wollen. Es ist im geglückt. Zugegeben: Momentan sieht das Ding noch etwas lächerlich aus, aber bis September soll hier ein rotasphaltierter Streifen mit weiteren 40 Sternen fertiggestellt worden sein. Das sieht in der Simulation immerhin beeindruckend aus. Und jedes Jahr sollen neue Sterne hinzukommen, die man dann durch eine Spezialkamera betrachtend als schwebend empfindet. Achja: Die Spezialkamera ist das goldene Teil.

Warum erzähl ich das alles?

Ein Stern für Marlene

Ein Stern für Marlene

Deshalb: Der erste Stern ist Marlene Dietrich gewidmet und der ist – vielleicht noch von der Eröffnung – schneefrei. Der Weg zu Marlene beginnt also jetzt nicht mehr erst im Filmmuseum, wo es – ich erinnere – neben einem Ausstellungsraum auch den Nachlass gibt, sondern ein paar Meter auf dem Mittelstreifen davor. Der Konsens, dass Marlene Dietrich mit dieser Ehrung eine besondere zuteil wird, schließlich ist sie die erste, die einen Stern bekommt und nicht, sagen wir, Heinz Rühmann, dessen Denkmal auch nur ein paar Schritte weiter grinst. Das öffentliche Bild von Marlene hat sich in Deutschland ganz offensichtlich in den letzten Jahren gewandelt. Ihre Tätigkeit als Frontsängerin im zweiten Weltkrieg und damit Unterstützerin der amerikanischen Truppen, wurde bis in die 90er, wenn man in Internetforen guckt, bis heute, seitens der Deutschen als Vaterlandsverrat gewertet. Die Beerdigung der sterblichen Überreste auf einem Friedhof in Berlin-Friedenau (dazu kommen wir noch), war anscheinend eine Farce. Als 1996 eine Straße nach der Diva benannt werden sollte, gab es heftige Proteste der Anwohner. Es wurde dann in 1997 in der Nähe des Sterns ein Platz vor den heutigen Musicaltheatern Marlene-Dietrich-Platz getauft. Da wohnt immerhin keiner. Erst zum 100. Geburtstag 2001 entschuldigte sich das Land Berlin offiziell und verlieh ihr 2002 postum die Ehrenbürgerschaft, unter weiteren Protesten seitens der Bevölkerung. Dennoch, so vermute ich, gehört im heutigen kollektiven Gedächtnis Marlene Dietrich zu einer der Großen. Gerade auch wegen ihrer Frontauftritte.

Und heute wird solch ein Stern enthüllt. Das zeugt von Anerkennung, vielleicht auch von Entschuldigungsambitionen. Erklärung? Leider bleibt die Jury in ihren Pressemitteilungen mehr als schwammig, “man sei sich sehr schnell einig gewesen”. Auch schön.

Der dritte Teil dieses Spaziergangs geht in Richtung Friedenau, zum Grab Marlene Dietrichs und zu einem Wohnhaus an der Bundesallee und folgt in den nächsten Tagen. (ts)



Spaziergang. Erster Teil.
Montag, 15. Februar 2010, 17:46
Abgelegt unter: Probentagebuch

“Ein Schutzmann sprach: ‘Ich hab geguckt / Sie hab’n ein Denkmal angespuckt!’ / ‘Ich konnt’ ja gar nicht anders’, / Hat der Onkel da geschrien, / ‘Denn wo der Mensch auch hinspuckt, / Steht ein Denkmal in Berlin!’”

(Otto Reuter: Ein Couplet für Berlin)

Die Dichte von Hinweistafeln, Denkmälern, Stolpersteinen, Namenszitaten ist wohl nirgendwo so groß wie in Berlin. Das ist nicht weiter verwunderlich, schließlich hatten berühmte Menschen immer schon einen Hang zur Hauptstadt hin, sei es der kulturellen Szene wegen, sei es, weil dort die Regierung sitzt. Und Anlässe neue Erinnerungen zu enthüllen, gibt es ja auch quasi täglich – der gemeine Berliner interessiert sich indes wenig dafür und wundert sich über die Touristen, die vor jeder Tafel stehen bleiben. In meinem ehemaligen Nachbarhaus zum Beispiel wohnte ein paar Jahre in den 20ern Theodor Heuss. Sonderlich aufregend ist das ehrlich gesagt nicht.

Ehemaliges Wohnhaus Erich Kästners

Ehemaliges Wohnhaus Erich Kästners

So ähnlich ergeht es vielleicht auch den Ärzten, die eine Praxis in einem – Verzeihung – hässlichen Betonklotz in der Prager Straße eröffnet haben. Dort, an der Ecke des Hauses, hängt diese Gedenktafel, die darauf hinweist, das hier früher das Haus stand, in dem Erich Kästner vier Jahre lebte und arbeitete und wo er “Emil und die Detektive” schrieb. Da der Nachfolgeroman “Pünktchen und Anton” 1931 herauskam, dürfte auch dieser noch hier entstanden sein. Das Viertel in Wilmersdorf um den Prager Platz herum ist hübsch, zentral gelegen und urban, dennoch in sich abgeschlossen. Die Hauptstraßen merkt man kaum, allein drückt der Schnee ein wenig auf die Stimmung an diesem Samstag, an dem ich mit der U-Bahn zur Spichernstraße gefahren bin. Vorbei an der allgegenwärtigen Werbung für “Berlins größte Show”, bebildert mit einer Frau, deren Lippen entweder im OP oder am PC retuschiert wurden, hinein in dieses Wilmersdorfer Viertel. Solche Orte vermitteln – mir zumindest – immer ein wenig das Gefühl, wie sich die geschriebenen Geschichten hier abspielen konnten, auch wenn heute hier eine Einkaufspassage im Bild steht.

Kästner-Restaurant

Kästner-Restaurant

Immerhin: Sinnfälliger Weise heißt das dortige Bistro: “Kästner”. Keine Ahnung, was dort vorher mal stand, als der Namensgeber noch zwei Häuser weiter wohnte. Vielleicht ja tatsächlich ein Café. Aber vielleicht bin ich jetzt auch wenig zu optimistisch. Da Karneval ist, ignoriere ich das “Kästner” und nehme lieber “Kinder-Pfannkuchen” mit und unterstütze damit eine Bäckerei-Großkette.

Doch zurück zu dem Ort, wo Kästners Haus einmal stand. Wie kommt man eigentlich darauf, hierhin zu spazieren? Wie für alle Bereiche, gibt es auch einen literarischen Reiseführer für Berlin. Reiseführer bekommt man in Massen zum Umzug, zu Weihnachten und zu den nachfolgenden Geburtstagen geschenkt (ich besitze einen allgemeinen, zwei für Kultur, ein Gebrauchsanweisung für Berlin, einen für preiswertes Einkaufen und Essengehen sowie einen Straßenatlas), so auch diesen, ich glaube sogar von besagtem Verwandten Luftlinie fünfhundert Meter weiter nordwestlich von hier.

Da wo mal Kästners Wohnhaus stand. Heute: Kindergarten.

Da wo mal Kästners Wohnhaus stand. Heute: Kindergarten.

Und dort ist eben auch ein Spaziergang durch Schöneberg angesagt. Gut, das ist hier eher Wilmersdorf, aber man muss ja zwischen den Bezirken keine Zollkontrollen durchwandern, deswegen kann man das ja auch mal durcheinander bringen. Schaut man sich mein Foto an, erweckt dies eher eine etwas triste Ansicht. Das liegt sicher am Wetter, in Kombination mit Betongrau. Diese leichte Andeutung von etwas Bunten rechts im Bild ist übrigens ein Kindergarten. Und das hätte Kästner sicherlicht gefallen. Wo doch schon die Ärzte das Haus genommen haben, dass wenigstens auf der Fläche neben dem Haus (bzw. dort, wo früher das Nachbarhaus stand) Kinder spielen. Sicher werden auch damals schon Kinder durch die Pragerstraße getobt sein. Sie finden sich schließlich in Kästners Romangestalten wieder. Eben auch in Luise Pogge und Anton Gast.

Ein letztes Highlight gibt der Führer an: Die berühmte Litfasssäule, die dem Titel von “Emil und die Detektive” Pate stand. Und: Hier ist sie.

Emil-Säule

Emil-Säule

Naja. Wie soll ich sagen. Heute wird dort für Leonardo Di Caprio geworben (immerhin nicht für die Palastshow…), aber eine wirklich Ähnlichkeit zum Emil-Titel. Möchte mal wissen wie der Autor des Reiseführers auf diese Idee kam.

Damit endet der erste Teil dieses Spaziergangsberichts. Der zweite Teil mit Hinweisen zu Marlene Dietrich im öffentlichen Raum folgt in den nächsten Tagen. (ts)





“Feuerwehr-Spielzeit”
Mittwoch, 10. Februar 2010, 14:32
Abgelegt unter: workshop:buehne

Am 21. Februar hat unsere Inszenierung “Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt” nach dem Kinderbuch von Hannes Hüttner Premiere. Vom 8. bis 12. Februar 2010 finden täglich Workshops für Hortkinder rund um das Thema Feuerwehr statt.  Die Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Olvenstedt unterstützt uns dabei kräftig, wie heute auch in der Magdeburger Volksstimme zu lesen war. VS_MDX_20100210_feuerwehrkaffee-olvenstedter



Divensuche
Freitag, 5. Februar 2010, 17:01
Abgelegt unter: Probentagebuch

“Ich fand es ganz lustig.”
(Leni Riefenstahl in einem Interview mit der Weltwoche auf die Frage, wie ihr Thea Dorns Theaterstück “Marleni” gefallen habe)

Filmhaus am Potsdamer Platz

Filmhaus am Potsdamer Platz

Wenn bekannte Künstler sterben, wird nichts weggeworfen. Zumindest kann man den Eindruck haben. Alles wird in ein Nachlassarchiv gebracht, wie im Falle Marlene Dietrichs, oder von der Familie selbst verwaltet, wie im Falle Leni Riefenstahls. Und da beide Damen in einer Zeit lebten, als Briefverkehr, Telegramme, Fotos und Zeitungen noch nicht nur digital und damit löschbar waren, gibt es mehrere tausend Fundstücke, die heute noch verfügbar sind. Und da die Marlene Dietrich Collection zur Stiftung Deutsche Kinemathek gehört, ist zumindest ihr Nachlass auch öffentlich für Forschungszwecke zugänglich. Riefenstahls Erben hingegen geben nur auf Anfrage ausgewählte Stücke heraus; das Schriftgut- und das Fotoarchiv in Berlin hat somit nur zusammengesammelte Stücke verzeichnet. Aber: Wer hat schon die Zeit, wirklich das ganze Archiv über Marlene durchzuschauen? Und vor allem: Was soll man dann mit den ganzen Informationen?

Gut also, wenn man kompetente Beratung hat, so wie Frank Engel und ich diese Woche: Irgendwo muss man schließlich Schwerpunkte setzen, bei so einem umfangreichen Leben. Frau Ronneburg sitz im siebten Stock des Filmhauses im Sony Center am Potsdamer Platz, also direkt in der neuen Mitte Berlins, und hat sich als Archivarin ausgiebig mit dem Leben Dietrichs beschäftigt, sodass sie auf jede unserer Fragen prompt eine Antwort weiß.

Filmmuseum im Sony Center

Filmmuseum im Sony Center

Doch wir sind ja nicht nur zum Fragenstellen gekommen, sondern auch um das Material eines Lebens zu sehen: Ein Plan von ihrer letzten Wohnung (eigenhändig gezeichnet), eine Biographie mit handschriftlichen Anmerkungen (“I will kill this idiot.”), Telegramme von und an ihren Mann Rudolf Sieber und eine BUNTE aus dem Jahr 1992, in der die letzte Fotoaufnahme abgedruckt wurde. Marlene Dietrich zog sich im Jahr 1975 aus von der Bühne zurück und verbrachte die Jahre bis zu ihrem Tod 1992 fast ausschließlich in einer Wohnung in Paris.

Auch wenn es weit weniger Material ist – das erleichtert die Suche ja auch ein wenig – so gibt es doch einige Fotographien und Schriftstücke zum anderen Filmstar, der in unserer diesjährigen Produktion für Erwachsene auftreten wird. Leni Riefenstahl ist sicherlich genauso umstritten wie Marlene, schließlich drehte sie die Reichsparteitagsfilme zum Parteitag der NSDAP 1933 und 1934. Für die Filmästhetik und -technik hingegen ist sie die Pionierin schlechthin, ohne die moderner Film gar nicht denkbar wäre.

Wir kommen also zurück mit neuem Input und mit Antworten auf Fragen, die wir uns zum Leben der beiden Damen gestellt haben. (ts)



Vom Fischer und seiner Frau
Mittwoch, 3. Februar 2010, 14:10
Abgelegt unter: workshop:buehne

Ein Kooperationsprojekt der Theatergruppe “RahmenLos” des Hegelgymnasiums mit dem Puppentheater Magdeburg zum Thema Maßlosigkeit - entwickelt und geschrieben von den Gruppen unter Anleitung von Marianne Fritz (Theaterpädagogin) und Sandy Gärtner (Dramaturgin) sowie Karin Walter (Lehrerin) und Henrike Nitzel (Schülerin)

Eine der “Krankheiten” unserer Zeit ist die Unzufriedenheit – das “Nie-genug-haben-können”. Mit dem Projekt “Vom Fischer und seiner Frau” setzt sich die Theatergruppe “RahmenLos” mit diesem Thema auseinander. Seit Schuljahresbeginn entwickelten zwei Gruppen auf ganz unterschiedliche Weise Theaterszenen zu diesem Thema.

 In Zusammenarbeit mit dem Puppentheater Magdeburg näherten sich acht SchülerInnen im Alter zwischen 9 bis 12 Jahren spielerisch und erzählend dem Märchen “Vom Fischer und seiner Frau”. Im Mittelpunkt der einmal wöchentlich stattfindenden Workshops standen jedoch nicht nur der zu bearbeitende Märchenstoff sondern besonders der Umgang mit Material und Stoffen, der Bau von Puppen sowie die Handhabung von Objekten. Die durch Probenimprovisationen entwickelten Ideen der TeilnehmerInnen wurden gesammelt, so dass eine besondere Interpretation des Märchens entstand.

Das Ergebnis ist am 9. März 2010 um 19.00 Uhr in der Turnhalle 2 des Hegelgymnasiums zu erleben.



Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt
Mittwoch, 3. Februar 2010, 13:30
Abgelegt unter: Probentagebuch

Bereits 1969 erschien das von Hannes Hüttner geschriebene und liebevoll von Gerhardt Lahr illustrierte Buch “Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt”. Seit seinem Erscheinen erfreut es sich ungebrochener Beliebtheit bei Klein und Groß. Denn es hat bis heute nichts weder an seinem Witz und Charme noch an seiner Aktualität eingebüßt.

Das Kinderbuch erzählt von einer ganzen Feuerwehrtruppe, die in den Bildern als solche auch zu sehen und zu erleben sind, wobei der Fokus jedoch auf Löschmeister Wasserhose und Wachtmeister Meier liegt. Damit sind diese beiden Figuren die Handlungsträger. Für unsere Bühnenversion haben wir uns für drei Feuerwehrleute entschieden, die die Truppe und gleichzeitig die kleinste Form einer Gruppe bilden: Löschmeister Walter Wasserhose, Wachtmeister Manfred Meier sowie Wachtmeister Hubert Schmidt.

Diese drei Typen werden als Puppen in offener und direkter Spielweise von Nis Søggard, Ulli Voland und Inga Schmidt geführt… und was die alles können!!! Dies wurde in der ersten Probenwoche ausgetestet und gespielt – die morgendliche Leibesertüchtigung der Puppen-Feuerwehrtruppe ist eine wahre Augenweide…

Ja, und dann war es endlich da: das einzigartige, genialische “Hightech” Leiter-, Kran- und Löschfeuerwehrauto – eine Spezialanfertigung für unsere Inszenierung direkt aus der Werkstatt von Ingo Mewes, Berlin.

Es ist ungefähr 80 Kilogramm schwer, hat eine bis auf 6 Meter Höhe ausfahrbare Leiter, einen Wasserschlauch, Martinshorn, Suchscheinwerfer, Blaulicht – WOW!!!

Ulli Voland übt Feuerwehrmann zu sein

Ulli Voland übt Feuerwehrmann zu sein

Inga Schmidt in der Röhre

Inga Schmidt in der Röhre

Einen regelrechten Massenauflauf gab es, als der Regisseur Pierre Schäfer dieses zwei Meter lange Gefährt aus seinem Auto hob und auf die Bühne rollte: aus allen Ecken kamen die MitarbeiterInnen des Puppentheaters und bestaunten dieses Vehikel – was werden da erst unsere jungen ZuschauerInnen für Augen machen?! – Voller Vorfreude warten wir auf die Reaktionen der Kinder!

Im Feuerwehr-Zentrum

Im Ausbildungszentrum Heyrothsberge

Nis Sogaard

Nis Sogaard




Tja, und dann waren wir – das Inszenierungsteam – zur Rollen- und Inszenierungsvorbereitung auch noch auf Exkursion: im Bildungszentrum der Feuerwehr Sachsen-Anhalt in Heyrothsberge. Dank einer Führung durch den Bildungsreferenten Sven Holste wissen wir nun, was es heißt, Feuerwehrmann oder -frau zu sein, kennen die meistgenutzten Fachausdrücke und haben durch einige Übungen im Ausbildungszentrum einen kleinen Einblick gewonnen, welch harter, spannender, gefährlicher und verantwortungsvoller Beruf dies ist.  - Diese Erkenntnisse fließen in die Inszenierung mit ein!!!

Heiliger Florian! – Die Inszenierung wird zweifellos ein Feuerwehrspaß für die ganze Familie! (sg)