Und hier gibt es immer wieder mal ein paar kleine Galerien aus aktuellen Anlässen, Inszenierungen oder einfach nur phantastischen Aufnahmen, die wir einfach nicht vorenthalten dürfen.
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Was bekommt man eigentlich angezeigt, wenn man “Heidi” bei einer großen Suchmaschine eingibt?
Wenn wir einmal die Anzeigen und News-Ergebnisse weglassen, sieht das Ergebnis so aus: Zweimal das Romanoriginal, den Onlinekatalog der Uni Heidelberg gleichen Namens, fünfmal die TV-Serie aus Japan, dreimal Heidi Klum respektive Heidi Samuel. Bei der Bildersuche ist die Mischung aus japanischem Animé und dem posierenden Model bestechend, um nicht zu sagen mit einer grotesken Note versehen.
Gut, diese Suchmaschinenstatistiken sind in der Regel mehr eine Spaßveranstaltung, der sich besonders Redakteure (oder Theater-Blogger?) hingeben, wenn ihnen eine Pointe fehlt. Manchmal stößt man auch einfach auf dadurch auf solche Surrealitäten. Klicken wir also mal weiter: Ein beliebter Sport ist ja auch die Bedeutung von Namen. Heidi – da hat Fräulein Rottenmeier ganz recht – ist die Kurzform von Adelheid, was ein germanischer Rufname ist und soviel bedeutet wie edler (adal, wir kennen heute adelig) Charakter (haidu). Das ist eigentlich eine sehr schöne Übertragung: So ist Heidi bei Johanna Spyri ja tatsächlich angelegt.
Auf gleicher Seite findet sich aber auch noch eine Einschätzung der Leser zum Namen: Demnach assoziiert man mit “Heidi” eine kleine, lustige Person, die lieb und zuverlässig ist. Betrachten wir noch einmal das zwischen Heidi und Klum changierende Ergebnis von oben, ist dann doch bezeichnend, dass mit dem Namen eher ein unsportlicher, unattraktiver Mensch verbunden wird, der eher arm ist.
Gut, dass auch Supermodels die über Jahrhunderte gewachsenen Vorstellungen, die mit Namen verbunden sind, durch ihre Popularität nicht so schnell wie Internet-Suchdienste und Nachrichten besetzen können.
Heute nachmittag werden übrigens von der HfS “Ernst Busch” Gäste im Hause sein. Ulli Voland, bei “Heidi” in den Rollen des Ziegen-Peters und des Butlers Sebastian zu sehen, wird im Ensemblespiel geprüft. Wir wünschen viel Erfolg! (ts)
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Mir fällt immer wieder auf, wie sich in den marktführenden überregionalen Zeitungen Themen, die nicht direkt einen tagesaktuellen Bezug haben, wie ein Lauffeuer nach und nach entfachen und so zu einem mediendominierenden Diskurs werden. Zur Zeit können wir verfolgen, dass sich wohl die Kulturgewohnheit “Lesen” in der Diskussion befindet. Letzte Woche widmete sich DIE ZEIT in ihrem lesenswerten Dossier der Problematik, dass immer weniger Deutsche Lesen als Kulturtechnik, als Bildung nutzen. Die Studie “Lesen in Deutschland 2008″ belegt das “Verschwinden des klassischen Gelegenheitslesers mit einem bis vier Büchern im Monat”. Die Quote fiel in den vergangenen acht Jahren von 31 auf 25 Prozent. Heute legt die Frankfurter Allgemeine Zeitung nach und blickt auf Frankreich, dessen Lesesituation der Schriftsteller Francois Taillandier soeben in einer neuen Monographie überprüft hat.
In beiden Fällen ist die Analyse recht niederschmetternd. Natürlich war irgendwo abzusehen, dass die sogenannten bildungsfernen Haushalte immer weniger zum Buch greifen (bei Migranten sind es übrigens dann doch 36% der Befragten, die mehrmals in der Woche lesen – das ist Bevölkerungsdurchschnitt), dass Frauen mehr lesen als Männer (beides dennoch rückläufig) – beunruhigend ist hingegen die Feststellung, dass Lesen selbst in den bildungsbürgerlichen Kreisen weniger als Genuss zur Selbstbildung, der Selbstentwicklung verstanden wird, sondern ökonomisiert gebraucht wird. Auch Bücher verschenken die Eltern ihrem jugendlichen Nachwuchs kaum noch: 45 Prozent der Jugendlichen geben an, nie ein Buch als Geschenkt erhalten zu haben. Mit anderen Worten: Die zeitaufwendige Lektüre (literarischer und dokumentarischer) Texte wird durch ein schnelles Erfassen, ein Überfliegen ersetzt. Lesen ist keine Kulturtechnik mehr, auf die man stolz sein kann – Lesen ist pragmatisch zu handhaben und sollte möglichst schnell sein. Die Aktie der kulturellen Bildung sinkt – um mal im ökonimschen Vokabular zu bleiben.
Sicher ist der Überinformation, der wir täglich ausgesetzt sind, nur durch ein schnelles Sortieren beizukommen; sonst würden wohl kaum noch Entscheidungen getroffen. Doch all das, was wir durch Lesen lernen – Emptahie, soziale Verantwortung, kritisches Hinterfragen unserer eigenen Ideologien, Verständnis von komplexen Inhalten etc. etc. – das ist wohl out geworden.
Bleibt die Frage nach den Auswirkungen. Was ich schon länger beobachte, ist das Problem, dass viele Menschen selbst relativ einfach Texte nicht mehr verstehen. Da ist auch für uns die Frage: Wie verhalten wir uns als Theater dazu? Denn: Was schon gelesen zu schwer ist, macht der gesprochene Text ja nun nicht leichter. Diese Auseinandersetzung mit sich und der Umwelt ist auch im Theater nicht immer leicht zu verstehen. Theatersehen muss wohl wie auch lesen als Kulturtechnik erlernt werden, schließlich benutzen wir unser eigenes ästhetisches, semiotisches Vokabular. Wenn dies nicht geschult wird, dann wird man vor böhmischen Dörfern stehen bleiben, nichts verstehen und dadurch vielleicht auch wenig Interesse für die ästhetisch-spielerische Ausdrucksweise entwickeln.
Also schließe ich mit einem Aphorismus aus Theodor W. Adornos “Minima Moralia”, der meinen Kühlschrank ziert: “Aufgabe von Kunst heute ist es, Chaos in die Ordnung zu bringen.”
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Heute, 13. November, ist der Tag der Wahrheit. Seit 8.00 Uhr in der früh ist TE (sprich: Technische Einrichtung) unserer Weihnachtsinszenierung. Normalerweise vollzieht sich so etwas unaufgeregter. Aber bei den großen und opulenten Inszenierungen, empfiehlt es sich, die Bühnendekorationen nicht zwischen zwei Probeneinheiten zu installieren, sondern dies mit Akribie zu tun, um mögliche Nacharbeiten zu vermeiden und somit keine kostbare Probenzeit zu verschwenden. Die Puppenspieler haben bis Montag 18.00 Uhr „lernfrei“. Denn die Zeit ab heute morgen gehört ausschließlich Regisseur, Ausstatter, Atelier und der gesamten Haustechnik.
Wenn wir dann am Montag auch die Lichtstimmungen eingerichtet haben, kann sich erstmals in der Abendprobe der ganze Zauber entfalten, den sich jeder Mitwirkende bisher nur „dazu denken“ konnte.
Natürlich befördert dies auch das Spiel an sich. Die Puppenspieler werden dann in der originalen Bühnensituation agieren. Lichtstimmungen und Toneinsätze werden ebenfalls original sein. Der Zeitpunkt ist gekommen, um von Seiten der Regie und der Dramaturgie nochmals die Inszenierung zu überprüfen: Stimmt der Rhythmus des Spiels, sind die Beziehungen der Charaktere untereinander geschärft genug oder sollte man verstärken. Unterbrechen die Umbauten den dramatischen Fluss oder müssen sie sich noch organischer ins szenische Spiel einbinden usw., usw.
Die Zeit der Erfindungen ist vorbei. Jetzt muss das, was Regie und Spieler „erfunden“ haben perfektioniert und reproduzierbar gemacht werden, um zu überprüfen, inwieweit die szenischen Anlagen wirklich alle dem Erzählfluss der Geschichte dienen. Ein viel gehasster Satz zu solchem Zeitpunkt heißt: Kill your darlings! Also die Verabschiedung von szenischen Einfällen und Improvisationen, die zwar dem Spieler Lust breiten, aber nicht unbedingt der Inszenierung dienlich sind.
Natürlich befördert all dies auch nochmals das abrufbare Potential der Spieler, um die letzten Prozente Intensität, Aufmerksamkeit und Spielfreude offen zu legen. Das alsbald einsetzende Premierenfieber wird dann zusätzlich dafür sorgen, die Kollegen auf der Bühne zu 120 %igen Leistungen zu stimulieren. Die letzte Probenwoche bricht viel versprechend an. (fb)
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Heute, 13. November, ist der Tag der Wahrheit. Seit 8.00 Uhr in der früh ist TE (sprich: Technische Einrichtung) unserer Weihnachtsinszenierung. Normalerweise vollzieht sich so etwas unaufgeregter. Aber bei den großen und opulenten Inszenierungen, empfiehlt es sich, die Bühnendekorationen nicht zwischen zwei Probeneinheiten zu installieren, sondern dies mit Akribie zu tun, um mögliche Nacharbeiten zu vermeiden und somit keine kostbare Probenzeit zu verschwenden. Die Puppenspieler haben bis Montag 18.00 Uhr „lernfrei“. Denn die Zeit ab heute morgen gehört ausschließlich Regisseur, Ausstatter, Atelier und der gesamten Haustechnik.
Wenn wir dann am Montag auch die Lichtstimmungen eingerichtet haben, kann sich erstmals in der Abendprobe der ganze Zauber entfalten, den sich jeder Mitwirkende bisher nur „dazu denken“ konnte.
Natürlich befördert dies auch das Spiel an sich. Die Puppenspieler werden dann in der originalen Bühnensituation agieren. Lichtstimmungen und Toneinsätze werden ebenfalls original sein. Der Zeitpunkt ist gekommen, um von Seiten der Regie und der Dramaturgie nochmals die Inszenierung zu überprüfen: Stimmt der Rhythmus des Spiels, sind die Beziehungen der Charaktere untereinander geschärft genug oder sollte man verstärken. Unterbrechen die Umbauten den dramatischen Fluss oder müssen sie sich noch organischer ins szenische Spiel einbinden usw., usw.
Die Zeit der Erfindungen ist vorbei. Jetzt muss das, was Regie und Spieler „erfunden“ haben perfektioniert und reproduzierbar gemacht werden, um zu überprüfen, inwieweit die szenischen Anlagen wirklich alle dem Erzählfluss der Geschichte dienen. Ein viel gehasster Satz zu solchem Zeitpunkt heißt: Kill your darlings! Also die Verabschiedung von szenischen Einfällen und Improvisationen, die zwar dem Spieler Lust breiten, aber nicht unbedingt der Inszenierung dienlich sind.
Natürlich befördert all dies auch nochmals das abrufbare Potential der Spieler, um die letzten Prozente Intensität, Aufmerksamkeit und Spielfreude offen zu legen. Das alsbald einsetzende Premierenfieber wird dann zusätzlich dafür sorgen, die Kollegen auf der Bühne zu 120 %igen Leistungen zu stimulieren. Die letzte Probenwoche bricht viel versprechend an. (fb)
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Montags ab 14.30 bis 16.30 Uhr Theaterspielentdeckungen – der Beginn einer THEATER-AG ?!
Dienstags 12.30 Uhr “Die Erschaffung der Welt in M.”, Koop. mit der Evangelischen Grundschule für die 3. KinderKulturTage STAMM*PLATZ*ELBE
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Seit zwei Tagen ist es eine regelrechte Herausforderung sich bei dem regen Treiben in Gängen, auf Fluren und Bühnen und in stillen Kammern, auf die Arbeit zu konzentrieren. Denn alle Mitarbeiter des Theaters fiebern dem Tag der offenen Tür am kommenden Sonntag entgegen. Vielfältig werden die Einblicke sein, die wir in unsere Arbeit geben und natürlich hoffen wir auf ein zahlreiches und aufgeschlossenes Publikum. Auch die Heidi-Crew wird am Sonntag in Probenausschnitten Kostproben der Inszenierung präsentieren. Eine erste Bewährungsprobe! Vergessen wir also den trüben November und freuen wir uns auf einen gemeinsamen Tag im engen Kontakt mit unseren Zuschauern.
Aus gegbenem Anlass und in der Wiederbegegnung mit Charles Dickens, immerhin wird Mr. Scrooge aus “A Christmas Caroll” in vier Wochen erneut Bühnenpräsenz im Puppentheater beweisen, ist mir erneut einer der schönsten Buchanfänge in die Hände gefallen, die ich kenne. Da wir in diesen Tagen auch den Jahrstag des Mauerfalls begehen, möchte ich diese Zeilen von Charles Dickens aus seinem Roman “Eine Geschichte zweier Städte” (1859) zitieren:
Es war die beste, es war die schlechteste aller Zeiten. Es war das Zeitalter der Weisheit, es war das der Torheit; es war die Epoche des Glaubens, es war die des Unglaubens; es waren die Tage des Lichts, es waren die der Finsternis; es war der Lenz der Hoffnung, es war der Winter der Verzweiflung. Alles lag vor uns, nichts lag vor uns; wir waren alle auf dem geraden Weg zum Himmel, wir waren alle auf dem geraden Weg ins Gegenteil – kurz, die Zeit glich der heutigen darin, dass einige ihrer lautesten Größen behaupteten, man könne im guten wie im bösen nur in den höchsten Vergleichen von ihr sprechen.
Machen wir alle das Beste aus der uns gegebenen Zeit. Das wünsche ich von Herzen allen Lesern! (fb)
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Seit gestern melden einschlägige Medien, dass MTV auf die, nenne wir es mal freundlich, bizarre Idee gekommen ist, David Hasselhoff bei den heutigen MTV Music Awards in Berlin als Moderator auftreten zu lassen. Immerhin, werden unsere Blog-Leser jetzt sagen, wenigstens wird niemand genötigt, ihn singen zu hören. Ihm wurde nämlich verboten, seinen, naja, legendären Auftritt vor dem Brandenburger Tor von 1989 mit dem dann zur Hymne avancierten “Looking for freedom” zu wiederholen.
Die Onlineausgabe des Spiegels tittelt, wie ich finde, ziemlich treffen: “Kollektivschuld des schlechten Geschmacks” und bekundet weiter: “Zu den großen nationalen Traumata der Deutschen gehört neben Drittem Reich, Wembley-Tor und jetzt Opel-Verkauf sicherlich auch David Hasselhoff. Wie viele mühsam im Ausland angebahnte Gespräche liefen doch auf diesen einen Satz hinaus: ‘Bei euch ist Hasselhoff noch immer ein Star!’”
Wie passend ist es also, dass heute unser neues Journal erschienen ist, die puppe. Nummer 2, die ab sofort im Puppentheater zur Abholung bereit liegt. Warum passend? Wir schauen auf Seite 8. Dort heißt es vorausschauend: “MTV kann einpacken: Ab November geht die WILLE-KÄNINA-SHOW regelmäßig auf Sendung.” Schade, dass ich das mit Hasselhoff vor zwei Wochen noch nicht wusste, dann hätte ich erwähnt, dass David Hasselhof bei uns bestimmt nicht singen und moderieren darf. Obwohl es um Mauern geht. Vielleicht aber überlegen sich Suse und Nis nach diesem Eintrag ja auch etwas… (ts)







